MIH: Neue Erkenntnisse aus der Kinderzahnheilkunde

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Was heißt MIH? Wie häufig kommt das Krankheitsbild vor?
Was ist die Ursache für das klinische Problem?
Wie erkennt man MIH?
Und schließlich: Was muss man während der MIH-Therapie beachten?

MIH-Zähne zeichnen sich, abhängig vom Schweregrad, nicht nur durch einen Verlust der Zahnhartsubstanz und ein erhöhtes Kariesrisiko, sondern auch durch eine hohe Empfindlichkeit (Temperatur, Berührung) und oftmals schlechte Anästhesierbarkeit aus. Gerade gelbliche bis bräunliche Opazitäten, die dabei auftreten können, sind im Frontzahnbereich auch eine ästhetische Belastung. Wenn Kinderzähne trotz guter Pflege bröckeln und vergilben, fühlen sich viele Eltern ratlos.
Es wurde beobachtet, dass die ers­ten Anzeichen für MIH häufig bereits im Milchgebiss auftreten, denn bei Vorliegen von Hypomineralisationen des zweiten Milchmolaren scheint die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer MIH im bleibenden Gebiss erhöht zu sein. Daher wurde die Definition der MIH um die Definition der „Milchmolaren-Hypomineralisation“ (MMH) beziehungsweise „deciduous molar hypomineralisation“ (DMH) ergänzt.
In deutschen Großstädten ist das Vorkommen tendenziell höher als in ländlichen Regionen. Allerdings leidet hierzulande bereits heute jedes zehnte Kind an MIH. Die Ergebnisse der aktuellen fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie sprechen sogar von etwa jedem vierten Kind
Postnatal, so die Forschung, könn­ten sich vor allem Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Asthma, aber auch Infektionskrankheiten sowie gehäufte Medikamenteneinnahmen in den ersten Lebensjahren (Antibiotika, Aerosoltherapie) auf die Schmelzbildung beziehungsweise -reifung auswirken. Störungen im Mineralhaushalt insbesondere des für die Zahnentwicklung wichtigen Kalzium-Phosphat-Haushalts durch beispielsweise chronische Nierenerkrankungen sind ebenfalls als mögliche ätiologische Faktoren im Gespräch. Darüber hinaus werden Umwelttoxine, darunter vor allem Inhaltsstoffe von Kunststoffen (Bisphenol A, Polychloriertes Biphenyl), als mögliche Ursachen für die Schmelzdefekte intensiv diskutiert.
„Bisher gibt es keinen eindeutigen Beweis dafür, dass Antibiotika wie Amocixillin MIH begünstigen“
Das günstigste Untersuchungsalter für die MIH-Diagnose beträgt etwa acht Jahre, da dann in der Regel alle vier Molaren und Inzisiven durchgebrochen sind. Später besteht die Gefahr einer Maskierung der MIH durch Karies oder zahnfarbene Restaurationen, wobei verbliebene Opazitäten an Füllungsrändern oftmals einen MIH-Zahn als solchen entlarven. Der Ausprägungsgrad der MIH kann dabei eine milde bis schwere Form annehmen.

  • Therapie
  • regel­mäßigen Kontrollen
  • Fissurenversiegelung
  • Füllung
  • Teil- oder Vollüberkronung