Parodontitis - Dreiviertel aller Erwachsenen sind davon betroffen

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Die Zahnbettentzündung kann nicht nur zum Verlust der Zähne führen, sondern auch lebensbedrohlichen Erkrankungen Vorschub leisten. Eine gründliche Vorbeugung ist wichtig, eine effektive Behandlung heilt die Parodontitis, bevor größere Schäden am Zahnbett entstehen. Damit sinkt auch das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte. Aktuelle Studien bestätigen dies.

Die Bakterien im Mundraum vermehren sich in diesem Fall massiv und lösen die Zahnbettentzündung aus. Wir unterscheiden die Gingivitis, die Zahnfleischentzündung, und die Parodontitis, die Entzündung des Zahnhalteapparates. Wird diese Entzündung chronisch, bildet sich im Lauf der Jahre das Zahnfleisch zurück und schädigt auf die Dauer den Kieferknochen.

Natürlich gibt es noch weitere Risikofaktoren, die Parodontitis auslösen können: Stress, Stoffwechselerkrankungen, Vitamin-Mangelerscheinungen oder Nikotinkonsum schwächen allgemein das Immunsystem und öffnen damit auch einer chronischen Zahnbettentzündung Tür und Tor.

Außerdem spielt vermutlich die genetische Veranlagung mit.

Eine neuere Studie vom Universitätsklinikum Heidelberg zeigt, dass beispielsweise erhöhter Blutdruck absinkt, wenn bei betroffenen Patienten eine Parodontitis erfolgreich behandelt wurde. Der Zusammenhang ist also erwiesen. Aus den Entzündungsherden im Zahnfleisch gelangen Bakterien auch in die Blutbahn und damit in andere Körperregionen. Mediziner sehen hier Mitauslöser für Gefäßverkalkung, Herzinfarkte oder Diabetes.

Die Mehrheit der Parodontitis-Patienten sind über 35 Jahre alt. Drei von vier Erwachsenen erkranken mindestens einmal im Leben an der Zahnbettentzündung. Im Anfangsstadium wird sie kaum bemerkt.

Ein klassisches Symptom ist Zahnfleischbluten beim Zähneputzen. Im nächsten Stadium ist das Zahnfleisch gerötet und stellenweise geschwollen. Schmerzen stellen sich erst im nächsten Schritt ein.

Eine Möglichkeit einer Parodontitis-Behandlung ist die Ultraschall-Curettage der Zahnfleischtaschen, das sogar einen operativen Eingriff ersparen kann. Die tiefersitzenden Zahnbeläge können auch per Laser entfernt werden. Leider bezahlen die Krankenkassen diese Behandlungsart nicht.

In schweren Fällen werden Antibiotika und desinfizierende Mundspülungen eingesetzt, um Infektionen vollständig auszuheilen oder Neuinfektionen zu verhindern.

Gründliche Zahnpflege ist die beste Vorbeugung. Besonders an den Backenzähnen sollten neben der Zahnbürste auch Zahnseide und spezielle Bürsten für die Zahnzwischenräume eingesetzt werden, um größere Plaque-Ansammlungen gar nicht erst entstehen zu lassen.